Donnerstag, 27. August 2015

Elias & Laia - Die Herrschaft der Masken ~ Sabaa Tahir

"Wie überlebt man in einer Welt, in der Männer mit silbernen Masken jeden Tag den Tod bringen können? Wie kann man sich selbst treu bleiben, wenn die Herrschenden des Imperiums alles dafür tun, voller Grausamkeit ein ganzes Volk zu unterjochen? Elias und Laia stehen auf ganz unterschiedlichen Seiten. Und doch sind ihre Wege schicksalhaft miteinander  verknüpft.
Während Elias dazu ausgebildet wird, die silberne Maske der Macht voller Stolz und ohne Erbarmen zu tragen, muss Laia täglich die Willkür der Herrschenden fürchten. Als ihre Familie ermordet wird und ihrem Bruder die Hinrichtung droht, schließt sie sich dem Widerstand an. Als Sklavin getarnt, dringt sie in das Innerste der Militärakademie vor und trifft auf Elias, den jungen Krieger, der eigentlich ihr Feind sein müsste ..."

Die Autorin

Sabaa Tahir arbeitete nach dem Studium bei der Washington Post. Ein Bericht über Frauen im Kaschmir, deren Männer von lokalen Militärs entführt worden waren, inspirierte sie dazu, ihren ersten Roman zu schreiben. Ihr Buch handelt davon, was wir für Menschen tun, die wir lieben; vom Wesen des Muts und dem Preis für unser Handeln. Vor allem aber wollte die Autorin von der Hoffnung erzählen. Sie wollte Figuren erschaffen, die auch in einer gewalttätigen Welt Hoffnung finden, nach Freiheit suchen und sich für die Liebe entscheiden. Egal gegen welche Widerstände.

Das Cover

Im Vordergrund des Covers ist, unschwer an den strahlenden Augen zu erkennen, Elias abgebildet. Der durchdringende und entschlossene Blick eines Kämpfers. Angedeutet ist auch das lebende Metall der Maske, die die Elitekämpfer von Schwarzkliff tragen müssen. Am unteren Rand des Covers sieht man einen Gebäudekomplex und ein Amphitheater, was Schwarzkliff darstellen soll, wo der Großteil der Geschichte spielt.
Ich finde das Cover richtig faszinierend. Es sticht einem förmlich ins Auge. Also, wenn ihr denkt, euer Bücherregal beobachtet euch: Es liegt an dem Cover. :-)
Was mir die liebe Jasmin noch gesagt hat (was ich gar nicht gesehen habe, ehrlich gesagt): In Elias' linkem Auge sieht man Laia. Ich finde die Idee sehr schön, sie nur auf seiner "Herzseite" zu zeigen, da scheint die beiden wohl mehr zu verbinden, als nur das Schicksal... :-)

Der Schreibstil

Die Geschichte ist aus der Sicht von Elias und Laia geschrieben. Man steckt also mitten im Geschehen und erfährt auch die unterschiedlichen Ansichten der Kundigen und Martialen. Anfangs hat es mich etwas gestört, dass man mit jedem neuem Kapitel in die Sicht des jeweils anderen springt. Man gewöhnt sich allerdings schnell daran und es ist auch recht spannend, da die zeitlichen Abschnitte der Geschichte immer nochmal aus Sicht des anderen Protagonisten geschildert werden bzw. was zu dem jeweiligen Zeitpunkt bei dem andren passiert ist. Das macht die Geschichte richtig lebhaft. Wenn ich z.B. gerade ein "Laia- Kapitel" gelesen habe, habe ich mich gefragt, was da wohl gerade bei Elias los war. 

Der Inhalt

Laia ist ein Kundigenmädchen und lebt mit ihrem Bruder bei ihren Großeltern. Ihre Eltern und ihre Schwester hat sie als kleines Kind verloren. Die Kundigen werden von den Martialen unterdrückt. Als Laia und ihre Familie eines Nachts von den Masken überfallen werden, scheint sie alles zu verlieren. Ihre Großeltern werden getötet, ihrem Bruder droht die Hinrichtung. Laia kann fliehen, mit Gewissensbissen und schicksalhaften Geheimnissen im Gepäck. Sie bereut es, ihrem Bruder nicht geholfen zu haben. Daraus zieht sie ihren Mut, sich dem "Widerstand" anzuschließen. Der Widerstand ist eine Gruppe Kundiger, die sich gegen das Imperium auflehnen wollen. Sie kämpfen für Freiheit. Als Laia den Anführer des Widerstands endlich überreden konnte, ihr zu helfen, erteilt er ihr im Gegenzug eine Aufgabe, die schier unmöglich und absolut tödlich erscheint. Sie soll als Sklavin getarnt die Kommandantin von Schwarzkliff ausspionieren, die dafür bekannt ist, gnadenlos und brutal zu sein.
Zur gleichen Zeit plant Elias seine Flucht aus Schwarzkliff. Er steht kurz vor dem Abschluss an der Militärakademie und möchte im Trubel der Abschlussfeiern vom Erdboden verschwinden. Er hasst es, so gewalttätig sein zu müssen, Befehle auszuführen die er für falsch hält, ein Volk zu unterdrücken und unterwürfig zu behandeln. Er möchte nur seine Freiheit. So, wie er sie als kleiner Junge bei seiner Pflegefamilie in der Wüste hatte. Zufällig ist seine Mutter die Kommandantin. Sie hasst ihn mindestens genauso sehr wie die Kundigen. Kurz nach der Geburt hat sie ihn ausgesetzt, in der Hoffnung er stirbt. Trotz ihres Hasses und allem anderen ist Elias der beste Schüler von Schwarzkliff. Allerdings wird aus seinem Fluchtversuch nichts. Der amtierende Imperator hat keinen männlichen Nachkommen und es muss ein neuer bestimmt werden. Hierzu finden Prüfungen statt, an denen die besten vier Schüler von Schwarzkliff teilnehmen... 
Der weitere Weg von Elias und Laia ist vom Schicksal bestimmt. Findet raus, wie beide ihre Aufgaben meistern und zueinander finden.

Das Fazit 

Also ganz ehrlich, nach den ersten Kapiteln musste ich ganz schön schlucken. Es ist SO brutal und eigentlich so gar nicht das, was ich sonst lese. Es ist teilweise sogar richtig erschreckend, da man sich gut vorstellen kann, dass es vielen Menschen auch heute noch so gehen muss oder erging. Menschen, die täglich mit Unterdrückung, Brutalität und Angst zu kämpfen haben. Menschen, die einfach sind wer sie sind und dafür bestraft werden. Eine Situation, die ich absolut erschreckend und angsteinflößend finde. Ich habe mich beim Lesen immer mal wieder ertappt wie ich bei ziemlich genau geschilderten Gewalttaten vor Schock die Luft angehalten habe oder wie ich innerlich Laia oder Elias angefeuert habe, wenn sie für ihre Freiheit kämpfen. 
Laia hat mich so begeistert. Wie sie für ihren Bruder kämpft. Sie setzt ihr eigenes Leben aufs Spiel, um ihn zu retten. Sie bezieht aus dieser Liebe so viel Mut. Das hat mich absolut beeindruckt.
Und Elias. Der schöne Elias, der von einer besseren, gerechteren Welt träumt. Der manchmal so gefangen war in dem Traum von Freiheit, dass er den richtigen Weg dahin nicht immer sehen wollte. Wo man ihn als Leser eigentlich nur schütteln wollte, damit er es sieht. Er hat sein Herz am rechten Fleck, weshalb ich mich so für ihn gefreut habe, dass er letztendlich doch von Schwarzkliff. freikommt. 

Anfangs war ich ziemlich skeptisch. Umso mehr ich gelesen habe, umso gebannter war ich aber.
Ich freue mich auf den zweiten Teil und bin gespannt, wie es mit den beiden weitergeht.

"Elias & Laia- Die Herrschaft der Masken" gebe ich 5 von 5 faszinierte Federblüten.

Eure A. :-*

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