Sonntag, 7. Juni 2015

Flavia De Luce - Schlussakkord für einen Mord ~ Alan Bradley (Rezi Alex)

"Ach du heilige Pfeife - Flavia de Luce zieht alle Register!
Sie steckt ihre Nase überall hinein und befördert jeden noch so tief vergrabenen Hinweis ans Licht - die elfjährige Flavia de Luce ist Hobbydetektivin aus Leidenschaft. Als sie ihre Nase zur Abwechslung in eine alte Kirchengruft steckt, rechnet sie allerdings nicht damit, eine verhältnismäßig frische Leiche ans Tageslicht zu befördern. Aus dem Grab des Kirchenheiligen von Bishop's Lacey blickt ihr der ermordete Kirchenorganist entgegen. Wer hatte einen Grund, Mr. Collicutt zu töten, warum trägt er eine groteske Gasmaske, und wieso hat der Täter die Leiche hier, an diesem heiligen Ort, versteckt?"
"Schlussakkord für einen Mord" ist bereits das fünfte Buch der Flavia de Luce- Reihe. Ich habe die anderen Bücher auch alle schon gelesen und ich muss sagen, ich bin jedes Mal wieder überrascht.

Der Autor

Alan Bradley wurde 1938 in der kanadischen Provinz Ontario geboren. Nach seiner Laufbahn als Elektrotechniker, zuletzt als Direktor für Fernsehtechnik an der Universität von Saskatchewan, zog er sich 1994 aus dem aktiven Berufsleben zurück, um sich ganz dem Schreiben zu widmen. Sein erster Roman um die Hobbydetektivin Flavia de Luce, Mord im Gurkenbeet, schaffte auf Anhieb den Sprung in die SPIEGEL- Bestsellerliste und wurde mit dem Dagger Award, dem Dilys Award, dem Agatha Award und sowohl dem Macavity als auch dem Barry Award für den besten Erstlingsroman ausgezeichnet. Alan Bradley lebt zusammen mit seiner Frau Shirley auf der Isle of Man.

Das Cover




Alle Cover der Flavia- Reihe lassen auf schaurig verspielte Weise auf den Inhalt schließen.
So auch dieses Mal. Man sieht Flavia über Orgeltasten hüpfen.

Der Schreibstil

An sich lässt sich das Buch flüssig lesen. Flavia liebt allerdings die Chemie, weshalb ab und zu chemische Formeln in den Raum geworfen werden. Man muss sie aber nicht kennen, um den Inhalt zu verstehen. Manchmal muss man etwas über den Ausdruck schmunzeln, was aber daran liegt, das Flavia, genau wie Alan Bradley, in der Nachkriegszeit aufwächst, und wir es mittlerweile anders sagen würden.
Das Buch hat mich jetzt zwar nicht absolut gefesselt, aber es liest sich schön und ist auch sehr spannend geschrieben.

Der  Inhalt

Achtung- Spoileralarm!!!!

In diesem Buch dreht es sich dieses Mal nicht nur um einen Mordfall. Flavia merkt wie sie sich langsam verändert (uns Lesern ist klar, sie wird ganz einfach eine junge Erwachsene), was ihr irgendwie Angst macht. Außerdem erfährt man mehr über ihre Mutter, die im Himalaya verschollen ist als Flavia noch ein Baby war.
In dem kleinen Dorf Bishop's Lacey ist einiges los. Ostern steht vor der Tür und der Heilige St. Tankred soll ausgegraben werden. Als die Bodenplatte zur Gruft angehoben wird, kommt aber erstmal alles anders als geplant. Über dem Grab des Heiligen liegt die Leiche des Dorforganisten Mr. Collicutt. So ist Flavia auch dieses Mal wieder ganz zufällig in einen weiteren Mordfall geraten. Sie wollte eine der Ersten sein, die den Heiligen sehen. Als sie die Leiche erblickt, schlägt ihr kleines Detektivherz natürlich gleich höher und sie macht sich wieder auf eigene Faust an die Ermittlungen, was dem zuständigen Inspector Hewitt natürlich gar nicht gefällt. Eins führt zum anderen und Flavia hat, auch mit Hilfe ihrer Chemiekenntnisse, eine heiße Spur. Unter anderem landet sie auf dem Weg ihrer Ermittlungen in einem Nachbarort in dem Anwesen des Justiziars Ridley- Smith. Dort stößt sie auf seinen mehr als ungewöhnlichen Sohn. Jocelyn denkt, dass Flavias Mutter ihn besucht. Flavia erfährt, dass ihre Mutter ihm früher Gesellschaft geleistet hat. Von Dogger ("Hausmeister & Co." der de Luces) erfährt sie, dass Jocelyn von seiner Mutter eine Bleivergiftung geerbt hat, was sein ungewöhnliches Aussehen erklärt. Später ist das für Flavia ein wichtiges Motiv, um den Mord aufzuklären. Eine weitere wichtige Rolle spielt der Botaniker Adam Sowerby, der auch als Detektiv arbeitet. Von ihm erfährt Flavia einige geschichtliche Details über ihre Familie. Zum Beispiel auch, dass es sein kann, dass der heilige St. Tankred ein de Luce war. Dieser wurde vor ca. 500 Jahren mit einem ziemlich großen Diamanten unter der Kirche von Bishop's Lacey begraben. Für Flavia wird es dann richtig brenzlich, als sie eins und eins zusammen zählt und den Diamanten findet. Sie selber wird fast umgebracht, kann aber gerade noch entkommen. Als mit Hilfe von Flavia der Mord aufgeklärt werden kann, beschäftigt die Elfjährige eigentlich nur noch der drohende Verkauf von Buckshaw, dem Familienanwesen der de Luces. Ihr Vater hat einen Anruf bekommen, über den er aber nicht spricht. Erst am Ende des Buches kommt es zur Aussprache. Mit dem letzten Satz des Buches hat nicht nur Flavia nicht gerechnet, sondern auch ich als Leser nicht! Überraschung!!!

Fazit

Das fünfte Buch der Flavia de Luce- Reihe war ein schönes Buch mit einigen Überraschungen. Vor allem das Ende steigert die Vorfreude auf den nächsten Band. Alan Bradley schreibt seine Bücher so wunderbar unerwartet. Bei vielen Krimis weiß man immer schon recht schnell, wer der Mörder sein könnte. Auch bei den Flavia- Büchern rätselt man mit, aber man kann sich eigentlich ziemlich sicher sein, dass sich die eigene Vermutung nicht bestätigt. Hier trifft immer wieder zu: "Es kommt immer anders, als man denkt!". Ich finde es auch schön, dass in diesem Buch mehr auf Flavia und ihre Familie eingegangen wird. Alles in allem hatte ich Spaß am Lesen, war aber nicht so gefesselt wie von dem Vorgänger. Ich bin aber absolut gespannt auf den nächsten Teil!!!

Ich gebe "Schlussakkord für einen Mord" 4 von 5 Federblüten.

Liebe Grüße
Eure A. :-*

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